Weg mit den Vorurteilen

In meinem Leben als sogenannter "BARFer" begegne ich oftmals einigen Vorurteilen. In den meisten Fällen verbirgt sich dahinter eine gewisse Unsicherheit oder auch eine Möglichkeit der Rechtfertigung um begründen zu können, warum BARF auf keinen Fall in Frage kommt. 

 

Manchmal frage ich mich, wie es kommt, dass sich in meinem Umfeld noch nie jemand dafür rechtfertigen musste, dass er Trockenfutter füttert... 


BARF ist kompliziert und aufwendig

Das Zubereiten frischer Nahrung für seinen Vierbeiner ist ohne Zweifel aufwendiger als einen Messbecher mit Trockenfutter in einen Napf zu schütten. Das kann und will ich nicht wegdiskutieren.  Allerdings ist die Zubereitung einer gesunden und ausgewogenen Mahlzeit für den Menschen auch aufwendiger als sich eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben oder auf dem Heimweg bei einem Fastfood-Restaurant anzuhalten. 

In vielen Köpfen ist fest verankert, dass die Fütterung des Vierbeiners quasi keinen Aufwand mit sich bringen darf und der zeitliche Aufwand so gering wie nur irgend möglich sein sollte. 

Meiner Meinung nach investieren Tierbesitzer oftmals sehr viel Zeit in die Ausstattung, Beschäftigung und das Aussehen ihrer Vierbeiner, warum liegt es da so fern ein paar Minuten des Tages für seine Ernährung zu "opfern"?

 

Denn genau hierum geht es, ein paar Minuten pro Tag, in denen die BARF Ration vor- bzw. zubereitet werden muss. Mit der richtigen Organisation und ein wenig Routine stellt dies keinen großen Aufwand dar. 

 

"BARF ist einfach nur Hunde füttern" schreibt Swanie Simon auf ihrer Homepage und dieser Meinung möchte ich mich gerne anschließen. 

Mangelerscheinungen durch BARFen

"Nur mit Fleisch und Gemüse bekommt ein Hund nicht alles was er an Nährstoffen braucht und wird früher oder später krank..." so oder so ähnlich klang der Satz, den ich mir des öfteren von meinem früheren Hundetrainer anhören durfte - und er hat Recht!

Wenn ich meinen Vierbeiner lediglich mit Muskelfleisch und Salat füttere sind Mangelerscheinungen vorprogrammiert. Das ist aber nicht das Prinzip, dass sich hinter BARF verbirgt. 

Wird das Tier nach einem sinnvoll zusammengestellten Futterplan ernährt, der sich nach den individuellen Bedürfnissen richtet, sind Mangelerscheinungen und eine Fehlernährung ausgeschlossen. 

Oftmals übersteigen die in den natürlichen Futterbestandteilen enthaltenen Nährstoffemengen sogar die als Mindestmenge angegeben Nährstoffbedarfe. Was nicht bedeuten soll, dass es durch BARF zu einer ungesunden Überversorgung kommt. 

Achtung Welpen BARF

Wie sich dieses Vorurteil so vehement halten kann ist mir ein Rätsel. Sicherlich gibt es bei einem Futterplan für Welpen und Junghunde ein paar Besonderheiten zu beachten und durch die Wachstumsphasen ist in relativ kurzen Abständen eine Anpassung der Futtermenge erforderlich, aber grundsätzlich unterscheidet sich die Fütterung eines Welpen nicht exorbitant von der Fütterung eines erwachsenen Hundes.

Schließlich ernährt ein Wolfsrudel oder ein Rudel wild lebender Haushunde seine Welpen auch nicht anders als sich selbst. 

 

Von Meinungen wie "Welpen können sich mit BARF nicht richtig entwicklen... " über "Welpen zu BARFen ist eine Wissenschaft für sich..."  bis hin zu "BARFen ist grundsätzlich ok, aber bitte erst, wenn der Hund 1 Jahr alt ist..." höre ich zuhauf. Natürlich kann ich nachvollziehen, dass man insbesondere als Welpenbesitzer schnell verunsichert werden kann und nur das Beste für seinen Vierbeiner möchte. Allerdings erscheint mir persönlich nichts logischer als den Welpen mit natürlichen frischen Futtermitteln aufwachsen zu lassen, anstatt ihn mit  maschinell hergestellten kohlenhydrathaltigen gespressten Trockenfutterstücken zu ernähren.  

 

  

BARF ist teuer

In diesem Fall würd ich sagen es kommt darauf an... 

Wenn Sie Ihrem Vierbeiner bisher einen Sack Trockenfutter (10 kg) für 8,99€ gekauft haben, wird eine Fütterung mit frischen natürlichen Zutaten wahrscheinlich diesen Betrag übersteigen. Auch wenn Sie planen Ihren Hund oder Ihre Katze mit exotischen Delikatessen aus dem Feinkostladen zu füttern würde dieses Vorurteil zutreffen. 

Vergleicht man aber eine normale BARF Ration mit einem durchschnittlichen Hundefutter werden Sie überrascht sein. 

 

Nadine Wolf hat auf Ihrem BARF Blog www.mashanga.burhani.blogspot.de eine interessante Vergleichsrechnung ertellt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

 

Kosten für BARF / Monat 

  • 6 kg Muskelfleisch (2,80 €/kg),
  • 2,8 kg Pansen (1,55 €/kg),
  • 2 kg Innereien (1,50 €/kg), 
  • 2 kg rohe fleischige Knochen (1,50 €/kg),
  • 3 kg Obst/Gemüse (2,00 €/kg),
  • 1 kg Fett(5,13 €/kg),
  • 2kg Kartoffeln (1,20 €/kg) 
  • Öl oder Kräuter. 

Monatliche Kosten = 45€

 

Kosten für Trockenfutter / Monat 

  • Marengo Premium (3,89 €/kg), 400 g/Tag = 46,68 € / Monat
  • Platinum Adult Lamb & Rice (3,53 €/kg), 460 g/Tag = 48,71 € / Monat
  • Orijen Adult (5,11 €/kg), 400 g/Tag = 61,32 € / Monat
  • Hill's Canine Adult Large Breed Huhn (4,04 €/kg), 405 g/Tag = 49,09 € / Monat
  • Lupovet Poulet Suisse (4,07 €/kg), 420 g/Tag = 51,28 € / Monat

 

 Monatliche Kosten = 47 - 58€